Mikrobiologische Therapie

 

Mit diesem Therapieverfahren lassen sich nicht nur viele chronische abdominelle Beschwerden sondern auch immunologische Schwächen günstig beeinflussen. Die Möglichkeiten einer wirkungsvollen Therapie reichen von Allergien über allgemeine oder speziell organsystembezogene Abwehrschwäche bis hin zu einer Stabilisierung des Immunsystems nach unvermeidlichen Impfungen.

In den meisten Fällen wird einer mikrobiologischen Therapie eine mikrobiologische Diagnostik vorangestellt. Diese erfolgt durch Einsendung einer Stuhlprobe zur Bestimmung von Keimspektrum und Entzündungsparametern im Stuhl. Mit diesen Parametern gewinnt man wertvolle

Hinweise auf den Zustand des darmschleimhautassoziierten lymphatischen Gewebes. Dieses steht im Zentrum unseres Immunsystems.

Die Mikrobiologische Therapie ist ein integrativer Bestandteil eines umfassenden Therapiekonzeptes, welches zum Ziel hat, die gestörten Regulationssysteme unseres Körpers zu regenerieren und Krankheitsprozessen vorzubeugen. Krankheiten sind in der Regel sinnvolle Abwehrmaßnahmen gegen Toxineinwirkungen. Dabei können diese Gifte (Toxine) von außen über die Ernährung, über Verhaltensweisen, über Umwelteinflüsse, oder von innen (Stoffwechselprodukte, Bakteriengifte) in den Körper gelangen. Große, vom Körper nicht mehr kompensierbare Toxineinströme hängen häufig mit Permeabilitätsproblemen an den Schleimhäuten zusammen („leaky gut syndrome“).

Die Mikrobiologische Therapie „dichtet“ die Lecks ab, indem sie eine Regeneration der schützenden Schleimhautflora („Protektivflora“) aber auch indem sie eine Aktivierung der körpereigen Abwehr in den sog. Peyerschen Plaques bewirkt.

Wissenschaft ist das, was Wissen schafft – Daten und Erkenntnisse zur Mikrobiologischen Therapie

Das 21. Jahrhundert entpuppt sich aktuell immer deutlicher als das der Aera der Mikrobiota! Die Erforschung des Mikrobioms, d.h. des genetischen Codes der Mikrobiota, ist die große Herausforderung: ist dieses doch als Erweiterung des menschlichen Genoms zu betrachten!

Seit der Entdeckung der Bakterien hat sich unser Bild über diesen eigenständigen Lebensbereich erheblich gewandelt, auch wenn sich dieses Wissen noch nicht überall etabliert hat. Von wenigen Ausnahmen abgesehen (Krankheitserreger der großen bakteriellen Seuchen mit extrem hohem pathogenem Potential) sind bei bakteriellen Krankheitsprozessen zwei Faktoren bedeutsam. Zum einen die Abwehrleistung des menschlichen Organismus – seine Grenzflächensituation- und zum anderen die pathogene Kapazität des Erregers. Deutlich wird dieses an Erkrankungen, wie Karies, Parodontitis, Sinusitis, Arteriosklerose, Helicobacter- pylori-Infektionen, Streptokokken-Infektionen, Akne, Furunkulose usw., bei denen Bakterien in hohem Maße beteiligt sind. Zugleich gibt es aber zahlreiche Menschen, die diese Bakterien auf ihren Schleimhäuten tragen, ohne zu erkranken. Eine klare Zuordnung von Ursache (Bakterium) und Wirkung (Erkrankung) ist nach heutiger Sichtweise nicht mehr gegeben. Wie wenig antibiotische Behandlungen hier ausrichten können, zeigen die hohen Rezidivraten. Solange die „Schwäche“ in der Abwehrleistung besteht, wird es immer wieder zu den bakteriell begleiteten Beschwerdebildern kommen. Die Schwäche dieser Patienten besteht zumeist in der reduzierten Abwehr der Schleimhäute und des Schwäche ihres Mukosa-Immunsystems. In einem Immunprofil im Blut sind daher keine Veränderungen zu erwarten.

Die Mikrobiologische Therapie setzt mit zwei unterschiedlichen Wirkprinzipien an den Schleimhäuten an.

1.) Beeinflussung des physiologischen Milieus mit Bakterien der Protektivflora

2.) Einflußnahme immunwirksamer Bakterien auf das schleimhautassoziierte Immunsystem.

Für Prävention und Therapie werden sowohl lebende als auch abgetötete Mikroorganismen eingesetzt.
Indem lebende Bakterien zum Einsatz kommen, wird das von der Natur vorgegebene Prinzip der bakteriellen Scleimhautbesiedlung nachgeahmt.
Anders bei den abgetöteten Mikroben. Was sich in Jahrzehntelanger Erfahrung als bewährtes Therapieprinzip herauskristallisiert hat, lässt sich heute immunologisch erklären. Abgetötete Bakterien geben den Makrophagen und Monozyten (dem "Erkennungsdienst" unseres Immunsystems) die Gelegenheit, sich besonders intensiv mit den Strukturen dieser Bakterien auseinanderzusetzen. Die dabei angestoßenen Regulationsmechanismen unterscheiden sich von denen, die durch gleichartige lebende Bakterien hervorgerufen werden.

Wie so häufig im Bereich der komplementären Verfahren werden die bewährten Vorgehensweisen erst viel später wissenschaftlich nachvollziehbar. Prinzipien, die früher rein empirisch zum Einsatz kamen, sind heute wissenschaftlich erforscht.

Aktuelles dazu unter: http://www.mikrooek.de
 

 

 

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© Annette Salihy