Was sind Autovaccinen?

Autovaccinen sind Individualarzneimittel, die aus patienteneigenen Bakterien hergestellt werden. Die Bakterien werden beim Herstellungsprozess abgetötet und die gesamte Arznei ist nach Fertigstellung steril. Als wirksamer Bestandteil verbleiben in der Autovaccine die Oberflächenstrukturen der Bakterien. Diese Oberflächenstrukturen sind für die Unterschiede der Vaccinen von verschiedenen Menschen bzw. unterschiedlichen Material-Entnahmezeiten verantwortlich.

Unspezifische Autovaccine:

Die unspezifische Autovaccine ist die häufigste Anwendung. Wir blicken heute auf eine über 50jährige Tradition zurück. Für die Vaccine-Herstellung werden Coli-Bakterien aus Stuhlproben gewonnen (Autovaccine intestinal = AVI). Zur weiteren Aufarbeitung im Herstellungsprozess werden nur Kulturen verwendet, die besondere Anforderungen erfüllen, so z.B. als S-oder R-Formen wachsen, keine Toxine bilden und keine ß-Hämolyse verursachen.

Anwendung:

Standardmäßig wird  die AVI als Injektion eingesetzt. Bei Kindern kommt die Herstellung zur Einreibung  zum Einsatz. Bei schweren Hauterkrankungen oder zur besonderen Stärkung der Schleimhautfunktionen wird die orale Form bevorzugt.

Spezifische Autovaccinen:

In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass eine vollständige und nachhaltige Keim-Eradikation mit oralen Antibiotika nicht erreichbar ist. Die hohen Rezidivraten,  sowie die Zunahme von Patienten mit chronischen Infekten machten deutlich, dass erweiterte Therapiestrategien erforderlich sind. So erkannten die Wissenschaftler, dass die Funktionen des Schleimhautimmunsystems eine zentrale Bedeutung beim Infekt- und Rezidivgeschehen haben.

Ohne Adhäsion keine Infektion! Viele opportunistische Keime lassen sich nach einer Antibiose bereits nach kurzer Zeit erneut in Abstrichen und Sekreten aus der Schleimhaut nachweisen. Spezifische Autovaccinen aus Krankheitserregern, die vorher für das infektiöse und entzündliche Geschehen verantwortlich waren bzw. daran beteiligt waren, stärken nun die sIgA-Antwort der Schleimhaut. So helfen sie die erneute Vermehrung von Keimen zu unterdrücken bzw. verringern die Adhäsionsrate der Krankheitserreger an der Schleimhaut. Zur Verfügung stehen derzeit zahlreiche spezifische Vaccinen.

  • Parovaccinen aus Parodontalkeimen aus dem Sulkus
  • Candida-Vaccinen aus dem Darm (Stuhl) oder Vaginalabstrich
  • Vaccine aus Urin
  • Vaccinen aus Eiter (Furunkeln, Abzesse, Akne)

Einsatzmöglichkeiten von Autovaccinen  in der täglichen Praxis

       * unspezifische Vaccine (E.coli-Vaccine):

         chronische Infekte (Sinusitis, Bronchitis, Gastritis, Urogenitalinfekte), Erkrankungen des allergischen Formenkreises: Heuschnupfen,  

         Nahrungsmittelallergien, allergische Urticaria, Neurodermitis, Reizdarmbeschwerden,  

         Darmpilze, Chronische Entzündungsprozesse (Fibromyalgie, Arthritis) Hauterkrankungen (Akne)

       * spezifische Vaccine:

         rezidivierende Candida-Infekte (Darm, Vagina), Parodontalerkrankungen, Hauterkrankungen (Furunkel, Akne),  

         hartnäckige Infekte des Urogenitalsystems

 

 

 

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© Annette Salihy